
„UV-Strahlung von Solarien ist krebserregend“ – titelten zahlreiche Zeitungen. Diese Aussage und die dazugehörigen Anti-Sonne Medienberichte sorgten für großes Aufsehen und Besorgnis in der Öffentlichkeit. Die Verbände der Branche haben in ihren Pressemitteilungen auf die Vorwürfe reagiert.
Seitdem es die Besonnungsbranche in Deutschland gibt, wird sie mit Meldungen konfrontiert, die besagen, dass die künstlichen UV-Strahlen schädlich und sogar krebserregend sind. Die neueste Welle der negativen Berichterstattung datiert auf Ende Juli bzw. Anfang August. Doch wie kam es eigentlich dazu?
Pressemitteilung des Bundesamt für Strahlenschutz
Am 30. Juli veröffentliche das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) eine Pressemitteilung, die letztendlich ausschlaggebend für die zahlreichen Medienberichte war. Die Meldung trug folgende Überschrift: „BfS warnt vor Besuch von Sonnenstudios – Strahlenschützer sehen sich bestätigt – UVStrahlung von Solarien definitiv krebserregend.“ Weiter heißt es: „Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sieht sich durch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) bestätigt, dass UV-Strahlung in Solarien definitiv krebserregend ist.“ Die IARC, eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor die natürliche und künstliche Strahlung in die höchste Krebsrisikostufe eingeordnet. Wolfram König, BfS-Präsident wurde zudem folgendermaßen zitiert: „Wir warnen schon lange vor einem Solarienbesuch und raten auch zu einem vernünftigen Umgang mit der natürlichen Strahlung der Sonne. Als Strahlenschützer haben wir die Aufgabe, Schäden an Haut und Augen durch UV-Strahlung der Solarien zu verhindern.“
Infos: www.bfs.de; www.iarc.fr
Die Reaktion der Besonnungsbranche
Die Verbände der Besonnungsbranche haben unmittelbar auf die Pressemitteilung des BfS reagiert und ihrerseits Meldungen veröffentlicht, um die Studiobetreiber zu informieren und ihnen Argumentationshilfen im Umgang mit ihren Kunden an die Hand zu geben.
Auszüge aus der Pressemitteilung des Photomed Bundesfachverband Solarien und Besonnung e.V. und des Bundesfachverband Sonnenlicht-Systeme e.V. (SLS) vom 31. Juli:
„Die Aufnahme der Solarien in die Liste (Kategorie 1) der potenziell krebserzeugenden Substanzen sagt nichts über den Grad der Gefährdung aus. Die IARC-Einstufung von Sonne und Solarien als krebserzeugend ist in der wissenschaftlichen Debatte heftig umstritten. Eine Reihe der angesehensten, internationalen UV- und Vitamin-D-Forscher haben öffentlich und scharf Front gegen die Schlussfolgerungen der IARC Review-Studie von 2006 und den Report von 2008 gemacht, auf denen die jetzige Einstufung beruht. Die wichtigsten Argumente gegen beide Studien waren: Einseitige Auswahl der beteiligten Wissenschaftler und der in die Betrachtung einbezogenen Studien. Verkürzte und von der vorausgegangenen Analyse nicht abgedeckte Schlussfolgerungen. In der Tat gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass moderates kontrolliertes Sonnen im Freien wie auf der Sonnenbank zur Enstehung von Melanoma beiträgt. Es gibt dagegen eine Vielzahl von Studien, die nachweisen, dass regelmäßiges moderates Sonnen die Haut vor dem Melanom schützt, also eine eher präventive als auslösende Wirkung hat. Studien belegen darüber hinaus, dass Sonnen und dadurch die Bildung von ausreichendem Vitamin-D-Serum im Blut die Chance erheblich erhöht, ein Melanom zu überleben.“
Infos: www.solarien-verbaende.de; www.photomed.de
Auszüge aus der Pressemitteilung des Bundesfachverband Sonnenlicht-Systeme e.V. (SLS) vom 4. August:
„Der SLS hält das Vorgehen der IARC für wenig kompetent und unseriös, voreilig und industriefeindlich, aber vor allem wird dem Verbraucher Angst suggeriert, die wissenschaftlich keine Basis hat. Dieses Urteil wurde gezielt durch eine einseitige Auswahl von Wissenschaftlern und das Heranziehen einer Meta-Analyse von 23 speziell ausgewählten Studien gefällt (IARC Review-Studie von 2006), deren methodische Ansätze und die daraus abgeleiteten Analyseergebnisse zum größten Teil in Frage stehen. Nach Beurteilung der Lichtexperten des SLS sollten hier gesundheitspolitische Tatsachen geschaffen werden, die alle zwischen 2006 und 2009 vorliegenden Studienergebnisse der Vitamin-D-Forschung ignorieren. Keine wissenschaftliche Studie konnte den Beweis liefern, dass die Sonnenbank für die Entstehung von Melanoma verantwortlich ist. Bislang gibt es dazu nur unbestätigte wissenschaftliche Annahmen. Leider werden diese jetzt von der WHO spekulativ missbraucht.“
www.solarien-verbaende.de
Auszüge aus der Argumentationshilfe für Studiobetreiber der European Sunlight Association:
„Die Klasse 1-Kategorisierung sagt nichts über die Höhe des Risikos aus, nur dass es ein Risiko gibt. Nachrichten mit dem Inhalt Solarien sind so gefährlich wie Arsen sind schlichtweg falsch. IARC ist eine Gruppe von Wissenschaftlern, die für die Vereinten Nationen arbeitet. Ihr Report ist keine neue Studie; es ist nur ein Rückblick auf ein Papier von 2006. Es ist ein Überblick von 23 Studien; einige datieren auf die frühen 80er. Diese Studien haben einen weiten Bereich von Ergebnissen. Von den 23 Studien wurden fünf wegen unbrauchbarer Daten ausgeschlossen. Sechs lieferten als Ergebnis, dass Solarien tatsächlich das Risiko von Hautkrebs verringern. Einige Nachrichten hatten eine irreführende Statistik aufgeführt: Solarien erhöhen das Risiko an einem Melanom zu erkranken um 75 Prozent. Diese Zahl kommt von einer Studie mit fragwürdigen Methoden. Der Autor der Studie hat selbst zugegeben, dass Faktoren wie Sonnen im Freien und Sonnenempfindlichkeit nicht abgeglichen wurden. Selbst wenn die Studie richtig wäre, bedeutet es nicht, dass 75 Prozent der Solariennutzer ein Melanom bekommen. Es bedeutet, ihr relatives Risiko ist höher. Die jetzt verbreitete Information ist jedoch nicht neu: natürliches Sonnenlicht ist in der gleichen Kategorie wie jetzt Solarien, und – es ist in dieser Kategorie seit 1992. Seit 1992 empfehlen tausende von Medizinern eine moderate Besonnung für eine Vielzahl von gesundheitlichem Nutzen. Tatsache ist, dass eine große Anzahl prominenter Vitamin-D-Experten überzeugt ist, dass die Vorteile die Risiken von Sonnenlicht bei weitem überwiegen."
www.sunlightassociation.eu
Statement von Professor Michael Holick (Endokrinologe und Vitamin D-Forscher):
„Vitamin D Mangel ist der häufigste Ernährungsmangel in der Welt. Sowohl die Öffentlichkeit, als auch die medizinische Gemeinschaft erkennt mittlerweile an, dass die Vitamin D-Pandemie eine bedeutende Rolle im Zusammenhang mit dem Anstieg von tödlichen und schwächenden chronischen Krankheiten, einschließlich Darmkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs, der autoimmunen Krankheiten, einschließlich Diabetes Typ I, rheumatischer Arthritis und multipler Sklerose, kardiovaskulärer Krankheiten und Diabtes Typ II spielt. Mit Vitamin D Mangel assoziiert man zudem eine erhöhte Gefahr an Tuberkulose zu erkranken, sowie ein höheres Gripperisiko. Sonnenlicht ist für die Menschen die Hauptquelle des Vitamin D. Es ist nicht möglich, den Vitamin D Bedarf eines Kindes oder eines Erwachsenen von diätetischen Quellen zu erhalten. Der Mangel an Sonnenlicht ist die Hauptursache der Mangel-Pandemie des Vitamin D, die anerkannt und so bald wie möglich behoben werden muss. Mäßiges Sonnen im Frühling, Sommer und Herbst, bei dem man seine Arme und Beine gewöhnlich nicht länger als 10-15 Minuten dem Sonnenlicht aussetzen sollte, ist eine wirksame Methode, um den Körper mit dem Mindestbedarf an Vitamin D zu versorgen. Für den Sonneschutz sollte nach dem anfänglichen Sonnen gesorgt werden. Zudem sollte das Gesicht immer vor dem direkten Sonnenlicht geschützt werden, da es der höchsten Gefahr ausgesetzt ist, um Hautkrebs zu entwickeln.
Infos: http://www.tan-biz.de/videos.html