
Viele Sonnenstudiobetreiber beklagen die hohe Fluktuation bei ihrem Personal. Doch ist die Schuld wirklich immer bei den Mitarbeitern zu suchen, wenn sie nach nur kurzer Zeit das Studio wieder verlassen oder tragen die Betreiber eine Mitschuld? Daniela Jopp weiß, welche Fehler häufig bereits bei der Einarbeitung gemacht werden und wie Sie Mitarbeiter längerfristig binden können.
Struktur ist bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter wie das Salz in der Suppe. Ohne den sprichwörtlich roten Faden, wird nämlich nur Chaos in den Köpfen der neuen Mitarbeiter produziert. In der Schule beginnen wir auch mit dem ABC, dann werden Sätze gebildet und schlussendlich Aufsätze geschrieben. In vielen Sonnenstudios dagegen wird – in der Hoffnung, alles wird gut – irgendwo in der Einarbeitungsphase angefangen.
Je sorgfältiger und durchdachter die Einarbeitung in verständliche Arbeitsschritte aufgeteilt wird und je größer die Möglichkeit ist, alles Erlernte entweder selbst aufzuschreiben oder irgendwo nachlesen zu können, desto mehr verringert sich die Anzahl der Anrufe bei Betreiber oder Studioleitung im Nachhinein. Darüber hinaus vermittelt eine strukturierte Einarbeitung Ihrem neuen Mitarbeiter von Anfang an ein Gefühl von Sicherheit, das sich auch körpersprachlich gegenüber Kunden positiv auswirkt.
Willkommensgeschenk
Es hört sich vielleicht komisch an: Aber das Ziel jedes Studiobetreibers sollte es sein, den neuen Mitarbeiter während der ersten Schicht von sich und dem Studio zu überzeugen. Die Einarbeitung ist meist für alle Beteiligten anstrengend. Nichtsdestotrotz sollten Sie Ihren Neuling gebührend in seiner ersten alleinigen Schicht begrüßen. Als Dankeschön dafür, dass er sich für Sie entschieden hat und nun bereit ist, an dem Erfolg des Sonnenstudios mitzuwirken. Dies sollte Ihnen ein kleines Geschenk wert sein. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt.
Wichtig: Machen Sie das Geschenk nicht irgendwann, sondern wirklich in dieser ersten Schicht. Die Wertschätzung ist hier auf Seiten der Mitarbeiter besonders groß.
Identifikation aufbauen
Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter, damit diese ihre Aufgaben entsprechend erfüllen können. Je mehr sich das neue Teammitglied mit Ihrem Unternehmen identifiziert, desto zufriedener und leistungsbereiter wird er oder sie sein. Studiobetreiber sollten großes Interesse für die „Frischlingsphase“, unmittelbar nach der Einarbeitung zeigen. Begleiten Sie den neuen Mitarbeiter, beispielsweise in Form von kleinen Feedbackgesprächen einmal pro Woche. Dabei sollte erfragt werden, ob er sich wohl fühlt, welche Arbeitsvorgänge ihm besonders Spaß machen, aber auch, welche Prozesse ihm Schwierigkeiten bereiten. So erhalten Sie als Studiobetreiber Rückmeldung und Sicherheit darüber, ob der Einarbeitungsprozess nach Plan läuft. Geben Sie dem neuen Mitarbeiter Hilfestellung und auch entsprechendes Lob. Je sicherer er in dieser Phase wird, desto offener wir er Ihrer Firmenphilosophie und Kultur gegenüberstehen. Diese Offenheit in der Einarbeitungszeit abzuverlangen, ist utopisch, da die Köpfe der Neulinge mit tausend anderen Dingen beschäftigt sind.
Auf den „Feinschliff“ kommt es an
Die intensive Begleitung nach der Einarbeitung ist eine äußerst wichtige Phase – nennen wir es den „Feinschliff“. In der Praxis sind sehr häufig leider andere Vorgehensweisen zu beobachten. Häufig ist der neue Mitarbeiter nach der Einarbeitung völlig auf sich alleine gestellt. Aus einer Art Hilflosigkeit, entwickelt so mancher nun Arbeitsvorgänge, die gar nicht existieren und auch nicht unbedingt erwünscht sind. Bis dies auffällt, vergeht in manchen Studios einige Zeit. Die Konsequenz ist, dass derjenige für seine Eigeninitiative bestraft wird. Dies führt mit Sicherheit dazu, dass die Mitarbeiter keinen Spaß bei der Arbeit haben, geschweige denn gewillt sind, die Philosophie des Unternehmens zu leben.
Folgende Punkte sollten beachtet werden
– Je größer die Möglichkeit alles Erlernte selbst aufzuschreiben oder nachlesen zu können, desto mehr verringert sich die Anzahl der Anrufe bei den Studiobetreibern im Nachhinein
– Eine strukturierte Einarbeitung vermittelt dem neuen Mitarbeiter Sicherheit, was sich schließlich auch positiv auf dessen Umgang mit den Kunden auswirkt
– Überreichen Sie dem neuen Mitarbeiter bei dessen erster Schicht ein kleines Geschenk. Sie erfahren dadurch Wertschätzung und erhöhen die Motivation des Mitarbeiters
– Verschaffen Sie sich einen Überblick über den Einarbeitungsprozess, indem Sie einmal die Woche Feedbackgespräche mit dem neuen Mitarbeiter führen
– Die Phase nach der Einarbeitung („Feinschliff“) ist intensiv zu begleiten, ansonsten entwickelt der neue Mitarbeiter falsche Arbeitsvorgänge, die für das Stduio negative Folgen haben können
Daniele Jopp
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Daniela Jopp Seit 16 Jahren in der Sonnenbranche, ist Daniela Jopp heute Ausbildungsleiterin mehrerer kleiner Studioketten. Ihre Fachbereiche sind die Ausbildung von Mitarbeitern in den Themen „UV-Strahlung und Haut“, „Positive Gesprächsführung am Gast“ sowie auch das Coaching von Filialleitern mit den Inhalten Mitarbeiterführung und Organisation des operativen Geschäfts. Sie führte über viele Jahre eigene Sonnenstudios und war eine der Referenten des 1. Photomed-Kongresses. mail(at)daniela-jopp-seminare(dot)de