Sonne hält den Menschen gesund

Vitamin D zunehmend als Allzweckmittel gegen Krankheiten erkannt

Das mit Hilfe der Sonnenstrahlen gebildete Vitamin D hilft dem Körper, eine Fülle von Krankheiten abzuwehren. Darauf weisen internationale Forscher verschiedenster Fachrichtungen aktuell hin. Die folgenden Auszüge aus den verschiedenen Studien beweisen die vielseitige Wirkung von Vitamin D.

Aufgenommen werden kann Vitamin D nur durch wenige Nahrungsmittel wie z.B. fetten Fisch, Getreide- und Milchprodukte – vor allem entsteht es bei der Einstrahlung von Sonne auf die Haut. Der Körper speichert das Vitamin und braucht es in den Wintermonaten allmählich auf. Eine Vielzahl von Wissenschaftlern und Medizinern ist sich der positiven Effekte von Vitamin D für die Gesundheit des Menschen bewusst. „Einiges spricht dafür, Vitamin D in vernünftigen Mengen zuzuführen“, so der Stoffwechselexperte Rudolf Gasser von der Uniklinik Innsbruck.

Knochen, Herz und Blutzucker profitieren von Vitamin D
Gut bekannt war bisher, dass Vitamin D und Kalzium in enger Wechselwirkung stehen. Genauer hat dies nun Bess Dawson- Hughes von der Tufts University in Boston entschlüsselt. Eine hohe Kalziumzufuhr ohne ausreichend Vitamin D lässt den Körper eher verkalken, als dass der Knochenaufbau vorangetrieben wird, so Dawson-Hughes im Journal of Bone and Mineral Research. Das Vitamin nehme an der chemischen Umwandlung von Kalzium teil und sei ein wichtiger Katalysator für dessen Einbau im Knochen. Angesichts des häufig zu beobachtenden Vitamin D-Mangels sei es sinnvoll, bei Kalziummangel auch gleich Vitamin D zu verschreiben. Darüber hinaus kann eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin D auch das Risiko für eine ganze Reihe chronischer Krankheiten senken. Dazu gehören kardiovaskuläre Krankheiten, Diabetes, Depressionen, Nierenversagen und Bluthochdruck, hat J. Brent Muhlestein vom Intermountain Medical Center Heart Institute in Utah beim diesjährigen Jahrestreffen der US-Kardiologen berichtet. Auf derselben Konferenz wurde allerdings auch gezeigt, dass der ideale Vitamin D-Wert im Blut von der Hautfarbe abhängt. Ein Niveau, das für Weiße als sehr niedrig gilt, könnte für Schwarze durchaus in Ordnung sein, so Forscher der Wake Forest University.

Vitamin D stärkt Immunsystem und hilft gegen Depressionen
Carsten Geisler von der Universität Kopenhagen berichtet in Nature Immunology, dass Vitamin D wahrscheinlich auch das Immunsystem beeinflusst. Laut seinen Forschungen dürfte es notwendig sein, um die körperlichen Killerzellen, die sogenannten T-Zellen, zu aktivieren. Erst dadurch können diese Krankheitserreger gezielt angreifen. Sobald sie einen möglichen Eindringling aufstöbert, produziert die T-Zelle ein Erkennungsprotein für Vitamin D. Ist das Vitamin vorhanden, vervielfältigt sich die T-Zelle und bildet so Hunderte von auf den Krankheitserreger fokussierten Zellen. Sue Penckofer von der Loyola University in Chicago behauptet, dass eine tägliche Portion Vitamin D in den Wintermonaten gegen Depressionen hilft. Depressionen wiederum hängen oft mit einer höheren Insulinresistenz zusammen, weshalb eine Vitamin D-Einnahme sowohl Diabetiker als auch Frauen allgemein vor Insulinresistenz schützt. Richard Kremer von der McGill University stellt hingegen einen Zusammenhang von Vitamin D-Mangel mit Übergewicht fest. Vitamin D-Mangel hänge mit einer ungünstigen Ansammlung von Fett im Muskelgewebe zusammen. Bei Kindern scheint selbst Asthma im Zusammenhang mit Vitamin D-Mangel zu stehen, wie eine im März veröffentlichte Studie des Children’s National Medical Center im Journal of Pediatrics zeigt.

Weniger Knochenbrüche mit Vitamin D
Durchgesetzt hat sich in der Medizin bisher, dass der Knochen Vitamin D für seine normale Mineralisierung braucht. „Da man das Vitamin im Alter schlechter bildet, wird es bei Osteoporosepatienten längst zur Reduzierung von Knochenbrüchen gemeinsam mit dem Kalzium verabreicht. Auch bei Kleinkindern, die ihr Skelett gerade entwickeln, ist die Gabe einer kleinen Tagesdosis mittlerweile Standard“, erklärt Rudolf Gasser. Wissenschaftlich nachgewiesen sei darüber hinaus die verbesserte Funktion der Muskeln durch ausreichend Vitamin D sowie eine Senkung des Darmkrebsrisikos.
Quelle: Pressetext Nachrichtenagentur GmbH